Neue Perspektiven auf dem Wohnungsmarkt
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Neue Perspektiven auf dem Wohnungsmarkt

Obwohl Impfstoffe erhältlich sind und damit Licht am Horizont sichtbar ist – das Coronavirus hat Gesellschaft und Wirtschaft vorerst noch fest im Griff. Das gilt auch für den Immobilienmarkt, der in manchen Sektoren wie Hotels oder Handel stark eingebrochen ist. Der Wohnungsmarkt hingegen zeigt sich standfest. Zugleich wachsen im Asset-Management die Anforderungen.

Wohnimmobilien gelten historisch als sicherer Hafen und gewannen während der Coronakrise noch an Wert hinzu. Eigennutzer – oft sind es Familien – nehmen aufgrund des Trends zum Homeoffice inzwischen auch längere Pendelstrecken in Kauf und ziehen in die gut angebundenen und noch günstigeren Randlagen der Großstädte. Laut DB Research gibt es daneben eine zu hohe Zahl überbelegter Wohnungen, zudem würden viele Bestandswohnungen grundlegende Qualitätsmängel aufweisen und die Bundesregierung sei weit davon entfernt, ihr Ziel, in der aktuellen Legislaturperiode 1,5 Mio. Wohnungen zu bauen, zu erreichen. Der so aufgestaute Nachfrageüberhang werde wohl erst in den kommenden Jahren langsam abgebaut. Daneben würde das niedrige Zinsumfeld auch auf längere Sicht bestehen bleiben. Ein Anstieg der Inflation sei nicht zu erwarten (siehe Infografik).

Langfristig intakter Marktzyklus

Im Ausblick auf den deutschen Wohnungsmarkt für 2021 und darüber hinaus sieht sich das Research der Deutschen Bank in seiner Einschätzung zum Preiszyklus der vergangenen Jahre bestätigt. Dieser bleibe auch in den kommenden Jahren intakt, Mieten und Preise dürften weiter steigen. Aufgrund historischer Vergleichsdaten könnte ab 2024 über wenige Jahre eine Korrekturphase folgen, allerdings würden die Preise danach wieder regelmäßig ansteigen. Investoren könnten dann trotz der Preisdelle über die Dekade mit einem Wachstum von 24 Prozent kalkulieren. 

Wertschöpfung auf mehreren Ebenen

Wie stellen sich Anbieter von Kapitalanlagen in Immobilienentwicklungen auf den weiteren Verlauf dieser Marktphase ein? Bei PROJECT etwa werden nur Grundstücke angekauft, die genügend Entwicklungspotenzial aufweisen, um auch in seit- oder abwärts laufenden Marktphasen eine attraktive Rendite zu erwirtschaften. Zudem werden überwiegend Wohnimmobilienentwicklungen an verschiedenen Standorten verfolgt, um das Investment breit zu diversifizieren. Aufgrund der fortlaufenden Reinvestitionsphasen, die unterschiedliche Einkaufsbedingungen bieten, können Marktschwankungen besser abgefedert werden. Beteiligungsmodelle, die daneben auf Unabhängigkeit von Finanzierungspartnern setzen und hauptsächlich mit dem von Anlegern platzierten Eigenkapital investieren, können bei der Kaufabwicklung flexibler agieren. Daraus resultierende Preisvorteile kommen den Anteilseignern zugute. Diese Anlagestrategie gewährleistet zudem die Unabhängigkeit vom Kapitalmarkt – etwa dann, wenn die Zinsen langfristig wieder nach oben tendieren sollten.

Nachhaltigkeit nimmt noch mehr Spielraum ein

Auf Ebene der Investmentkonzeption und des Asset-Managements steigen 2021 die Anforderungen. Während hohe Energiestandards nach KfW 40 bzw. 55 längst gängige Praxis sind, treten mit der sich langsam herausbildenden EU-Taxonomie nun erstmals verbindliche Vorgaben in Kraft, was Nachhaltigkeit in der Kapitalanlage und auf Ebene der Assets aus Brüsseler Sicht bedeutet. Kostenaspekte sowie Effizienz beim Bauen werden deshalb noch wichtiger, um auch im angebrochenen ESG-Zeitalter attraktive Renditeperspektiven zu bieten. Neue Ansätze werden preiswertes und zugleich umweltgerechteres Bauen ermöglichen, denn Wohnraum soll leistbar bleiben. Hier könnten die von Experten geforderten Reformen zur Reduzierung der hohen Erwerbskosten, bspw. der Gewerbesteuer, dem Markt zusätzlichen Rückenwind verleihen.

AlexanderSchlichting

Finanzkaufmann · Jahrgang 1975
Vorstandsvorsitzender PROJECT Beteiligungen AG
Geschäftsführender Gesellschafter PROJECT Vermittlungs GmbH