Frankfurter und Düsseldorfer Neubauwohnungspreise wachsen zweistellig
Blog

Frankfurter und Düsseldorfer Neubauwohnungspreise wachsen zweistellig

Mit einem Anstieg von 11,1 Prozent binnen eines Jahres haben die Preise für Neubaueigentumswohnungen in der Metropolregion Frankfurt spürbar zugelegt. Im Zuge des Brexits und der Abwertung von London als bislang führender europäischer Finanzplatz ist das ein Beleg für die steigende Attraktivität der Mainmetropole und ihres Umlandes. Im Frankfurter Stadtgebiet haben sich neu gebaute Eigentumswohnungen sogar um 11,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verteuert, in Düsseldorf um 15,3 Prozent, wie PROJECT Research in seiner quartalsweise erhobenen Studie »Wohnungsmarktanalyse Neubauwohnungen in ausgewählten Metropolregionen Q1/2018« ermittelt hat.

Anfang April hat das unabhängige Analyse- und Beratungsunternehmen Bulwiengesa mit seiner Projektentwicklerstudie dargestellt, dass die zum Verkaufszweck entwickelte Wohnungsfläche in Deutschland erstmalig rückläufig ist (–2,0 Prozent). Auf Städteebene gibt es allerdings deutliche Unterschiede: So nimmt beispielsweise das Volumen in München weiterhin zu (+6,9 Prozent), während es in Berlin (–3,5 Prozent) und Hamburg (-5,1 Prozent) zurückgeht. Hierfür nennt Bulwiengesa-Vorstand Andreas Schulten mehrere Gründe. Zum einen würden viele Projektentwickler in B- und C-Städte ausweichen oder ins Umland der A-Städte. Diese Tendenzen dürften etwa in den Räumen München und Frankfurt mit ihren ausgeprägten Speckgürteln noch deutlicher ausfallen als in der besonders großflächigen Stadt Berlin. »Die sieben A-Städte leiden unter fehlender Flächenverfügbarkeit und regulatorischen Restriktionen «, so Schulten. »Schlagworte bleiben Genehmigungsstau durch die Überlastung der Behörden, preistreibende Zusatzkosten durch Auflagen, etwa für den Bau von Sozialwohnungen oder energetische Maßnahmen. Außerdem zögern manche Projektentwickler, bereits genehmigte Wohnbauvorhaben auch zu realisieren. « Ein Blick auf die aktuelle Projektliste zeigt, dass etwa 15 bis 20 Prozent der Projekte in der Fertigstellung im Vergleich zum Vorjahr nach hinten geschoben wurden. Etwa ein Drittel dieser Projekte sind in Berlin angesiedelt. Ein weiterer Grund für das rückläufige Projektentwicklungsvolumen ist außerdem die sehr hohe Auslastung von Baufirmen, die Probleme haben, ausreichend qualifiziertes Personal zu bekommen.

Verknappung sorgt für weiteren Preisanstieg

Die für den Verkaufszweck entwickelte und gemäß Bulwiengesa zurückgehende Wohnungsfläche geht einher mit einem weiteren Preisanstieg für Neubaueigentumswohnungen. PROJECT Research kommt zu dem Ergebnis, dass die Metropolregionen Frankfurt (+11,1 Prozent), Berlin (+9,1 Prozent) und Nürnberg (+7,7 Prozent) binnen einen Jahres die stärksten Preisanstiege unter den acht untersuchten Ballungszentren erfahren haben. Trotz anhaltend hohen Preisniveaus schraubt sich auch die Metropolregion München mit 6,3 Prozent weiter nach oben. Der vermeintliche Preisrückgang in Hamburg (–4,3 Prozent) kann indessen aufgrund einer Ausweitung des Betrachtungsradius im Hamburger Umland nicht als valide gelten. Gleiches gilt für die Metropolregion Köln, die dagegen einen Preisanstieg zu verzeichnen hat (+5,5 Prozent).

Veränderung des Flächenvolumens nach Nutzungstyp 2008–2018, in Mio. qm

* Büro, Einzelhandel, Hotel, Sonstige (Logistik, Parkhäuser u.a.)
bulwiengesa 2018

Hamburg trotz niedriger Dynamik mit Steigerungspotential

Um definitorische Effekte bei der Betrachtung des einbezogenen Umlandes der untersuchten Großstädte auszuschließen, hat PROJECT Research parallel die Preisentwicklung der fest definierten Stadtgebiete ausgewertet. Im März 2018 kosteten Hamburger Neubaueigentumswohnungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur noch 0,1 Prozent mehr. Hier rangiert die Hansestadt an letzter Stelle. »Obwohl das Neubauwohnungspreisniveau vermeintlich stabil bleibt, erkennen wir in Hamburg weiteres Wachstumspotential. Das Verhältnis zwischen abverkauften und neu auf den Markt kommenden Grundstücken ist in der Hansestadt äußerst ausgeglichen. Die Grundstücke, die nachrücken, weisen meistens ein gleiches Preisniveau aus, allerdings oft in vergleichbar schlechterer Lage. Bezieht man sich auf Projekte in gleich guten Lagen, so ist ein Preisanstieg wie in allen anderen Städten auch zu erkennen «, erläutert Dr. Matthias Schindler, Vorstand Projektentwicklung der PROJECT Real Estate AG und ergänzt: »Im letzten Jahr wurden zudem viele Hochpreisobjekte abverkauft. Neue Projekte im Toppreissegment sind kaum nachgerückt«. Außerdem ist dem Researchexperten zufolge ein gewisses Ausweichen in Randlagen erkennbar, vor allem nach Rahlstedt und Brügge. »Die sehr guten Lagen sind in Hamburg nicht mehr verfügbar, weshalb der Trend in andere Lagen geht«.

Alle Angaben in EUR pro qm; *In 2017 erfolgten Ausweitungen beim Betrachtungsradius im Hamburger, Düsseldorfer und Kölner Umland, weshalb der Preisrückgang keinen validen Wert darstellt.

Alle Angaben in EUR pro qm

Spitzenpreise in München

Mit einem satten Plus von 15,3 Prozent übertreffen die steigenden Neubauwohnungspreise im Düsseldorfer Stadtgebiet sogar das Frankfurter Stadtgebiet (+11,7 Prozent). Im Berliner Stadtgebiet legen die Preise um 8,3 Prozent zu, in München um 8,0 Prozent. Es folgen Nürnberg (+7,1 Prozent), Wien (+4,5 Prozent) und Köln (+3,8 Prozent). Bei den Spitzenangebotspreisen rangiert München mit einem Quadratmeterpreis von 22.944 Euro an erster Stelle und toppt damit Hamburg, das bislang mit 21.060 Euro das Ranking angeführt hat. Auf dem dritten Platz folgt Berlin mit 19.243 Euro. Analysiert wurde von PROJECT Research ausschließlich frei finanzierter Geschosswohnungsneubau für Eigentumswohnungen.

Christian Blank

ChristianBlank

Magister Artium · Jahrgang 1976
Pressesprecher / Leiter Marketing / Prokurist PROJECT Beteiligungen AG