Franken beherrschen auch den Immobilien-Walzer
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Franken beherrschen auch den Immobilien-Walzer

Die Project Gruppe gehört zu den Top 5 Wohnimmobilienentwicklern in Deutschland und fasst auch am Wiener Investmentmarkt Fuß. Der eigene Asset Manager entwickelt in Wien derzeit acht Wohnimmobilien im Wert von 100 Millionen Euro. Ottmar Heinen spricht über die ganzheitliche Investmentstrategie.

Warum ist Wien für die Project Beteiligungen AG ein interessanter Markt?

Ottmar Heinen: Wien gehört zu den am schnellsten wachsenden Großstädten im deutschsprachigen Raum und rangiert nicht ohne Grund immer unter den Top-Städten, was die Lebensqualität betrifft. Kulturelle Vielfalt, gute Infrastruktur, viele Naherholungsgebiete und die geografische Lage als Drehkreuz nach Asien sorgen dafür, dass Wien auch zukünftig attraktiv bleibt. Dieses spiegelt sich auch im von 2013 bis 2018 gemessenen Bevölkerungswachstum von 8,5 Prozent wider. Der Bestand von Wohnraum stieg jedoch nur um 8 Prozent, was eine Unterdeckung zur Folge hat. Drei Viertel der Mietverhältnisse sind reguliert – das wirkt sich auf die Qualität des angebotenen Wohnraums aus. Insbesondere junge Paare ziehen qualitativ hochwertiges, aber bezahlbares Eigentum teuren Mieten vor. Das macht den Standort sowohl für Entwicklungen, als auch für unsere Kapitalanleger interessant. 

Welche Besonderheiten weist der österreichische Investment-Markt allgemein auf?

Ottmar Heinen: Der Markt ist prinzipiell sehr offen. Mit einer Ausnahme: Die deutsche GmbH & Co. KG war noch nie der Österreicher liebstes Kind. Wir haben uns daher bislang mit Angeboten in Österreich zurückgehalten. Für uns war es wichtig, den Anlegern ein Konstrukt mit nachvollziehbarer Struktur und angemessenem Chancen/Risikoverhältnis anzubieten. Von Vorteil ist, dass viele der großen institutionellen Investoren grenzüberschreitend agieren. 

Mit welchen in Österreich zugelassenen Produkten bzw. Produktarten sind Sie hierzulande vertreten?

Ottmar Heinen: Wir sind derzeit im Genehmigungsprozess für die Zulassung unserer institutionellen Konzeptionen für österreichische Investoren. Aktuell bieten wir in Deutschland mit dem »Vier Metropolen III« einen geschlossenen Spezial-AIF mit einer Ziel-IRR von 7,5 Prozent auf eine kalkulierte Laufzeit von sieben Jahren an. Alternativ gibt es eine parallel investierende Luxemburger Namensschuldverschreibung mit einem Mindestzinskupon von 2,5 Prozent auf das gebundene Kapital und Partizipation am Gesamterlös mit einem Gesamtzielwert (Basiskupon plus Gewinnbeteiligung) von ca. sieben Prozent. Die Anleihe wurde seitens Creditreform mit einem Investment Grade BBB- geratet. Diese Anlagen wurden insbesondere für institutionelle Investoren, Family Offices, Stiftungen und Depot A-Anleger entwickelt. Angestrebtes Gesamtvolumen von »Vier Metropolen III«“ und der Namensschuldverschreibung sind 150 Millionen Euro. 

Wie unterscheidet sich die Project von der Konkurrenz?

Ottmar Heinen: Unser Haus legt den Schwerpunkt auf die eigenkapitalbasierte Entwicklung von Wohn immobilien, die dann in der Regel an Eigennutzer verkauft werden. Damit ist man unabhängiger von Anlegerinteressen, die sensibler auf das wirtschaftliche Umfeld reagieren. Durch den Eigenkapital-Fokus sind wir nicht auf eine Fremdfinanzierung angewiesen und können unabhängig von Kreditgebern agieren. Unabhängigkeit ist  uns wichtig, alle Bereiche der Wertschöpfung, vom Architekten, über Bauleiter bis zum Vertrieb, werden intern abgedeckt. 

Wie beurteilen Sie den Markt und dessen Entwicklung?

Ottmar Heinen: Eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums ist zu beobachten, doch das beunruhigt uns nicht. Wir gehen nicht davon aus, dass die EZB den Leitzins in absehbarer Zeit signi fikant erhöht. Sachwertinvestitionen bleiben damit weiterhin eine hervorragende Alternative im Niedrigzinsumfeld. Aufgrund der Marktgegebenheiten wird die Nachfrage nach Wohneigentum auch in den nächsten zwei bis drei Jahren konstant hoch bleiben. Der Wohnbereich zeigt sich in konjunkturellen Abschwungphasen grundsätzlich von seiner stabilen Seite, während der Gewerbemarkt aufgrund fehlender Nachfrage eher zur Schwäche neigt.