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2022

Lohnen sich Wohnimmobilien noch zum Kauf?

Im Juli hat sich die Trendumkehr von Angebot und Nachfrage weiter verstetigt, die sich bereits im ImmoScout24-WohnBarometer des zweiten Quartals abzeichnete: Angebote für Kaufimmobilien erleben einen Boom. Für Mietwohnungen geht das Angebot zurück. Die Nachfrage zeichnet ein gegensätzliches Bild: Weniger Menschen suchen Kaufimmobilien, während die Nachfrage auf dem Miet-Markt kräftig zunimmt. 

In allen Metropolen sowie der gesamtdeutschen Betrachtung ist im Juli das Angebot für Kaufimmobilien bei ImmoScout24 weiter gestiegen. Am meisten steigt das Angebot in München (+18,5 %). Auch in Düsseldorf (+15,6 %), Köln (+14,4 %) und Stuttgart (+14,2 %) ist das Angebot für Immobilien zum Kauf innerhalb eines Monats deutlich gewachsen. Für Gesamtdeutschland und Berlin verzeichnet ImmoScout24 im Juli rund 9 Prozent mehr Inserate für Immobilien zum Kauf als im Vormonat Juni.

💡Eine Einschätzung zu der Frage, ob sich Wohnimmobilien zum Kauf noch lohnen, gibt Juliane Mann, Geschäftsführerin der PROJECT Immobilien Wohnen und Gewerbe GmbH:

»Trotz der Leitzinserhöhung sind Wohnimmobilien weiterhin attraktiv, auch deshalb, weil es keine überzeugenden Anlage-Alternativen gibt. Denn auch mit den derzeitigen Zinssätzen bleibt der Realzins negativ. Auch dadurch, dass sich eine Immobilie als Kapitalanlage steuerlich absetzen lässt, gibt es im Vergleich zu vorher keine finanzielle Mehrbelastung. 

Ein Sachwert, wie eine Wohnimmobilie, zeigt sich unabhängig von weiteren Finanzmarktschwankungen und schützt liquide Mittel vor einer Entwertung. Das gilt auch für Eigennutzer. Verschiebt man z. B. den geplanten Kauf einer eigenen Immobilie und wartet ab, verliert das Eigenkapital bei einer Inflation von sieben Prozent nach fünf Jahren ca. 30 Prozent seiner Kaufkraft.

Entscheidend kommt hinzu, dass Projektentwickler, die nicht wie wir eigenkapitalfinanziert und auf Fremdkapital angewiesen sind, aufgrund steigender Zinsen und Baukosten Projekte verschieben oder gänzlich streichen müssen. Durch diesen Rückgang der Bautätigkeit reduziert sich das künftige Angebot, was tendenziell preistreibend wirkt.

Jetzt zu zögern oder zu warten kann also noch mehr Geld kosten. Darüber hinaus ist aufgrund der Gaspreisumlage mit einer steigenden Nachfrage nach Neubauten mit regenerativen Energiequellen zu rechnen, die die Nebenkosten geringhalten.«